Blockwork Orange Leseprobe

Inhalt

Bargeld

Bargeld liegt in Form von Papiergeld und Münzgeld vor. Emittiert werden die Banknoten von den Zentralbanken der jeweiligen Länder (Notenmonopol). In Deutschland besitzt dieses Monopol die Deutsche Bundesbank. Die Euromünzen werden von den Eurostaaten ausgegeben. Dieses Recht, das als Münzregal bezeichnet wird, obliegt in Deutschland dem Bundesfinanzministerium, das die Münzen an die Deutsche Bundesbank verkauft. Die Deutsche Bundesbank sorgt für die Verteilung des Bargeldes an die Geschäftsbanken, die sie ihren Kunden zur Verfügung stellen. Der Nennwert der Münzen, also der Wert der als Zahl darauf gedruckt ist, ist höher als die Herstellungskosten. Erstens erzielt der Staat aus dieser Differenz einen Gewinn, zweitens ergibt es keinen Sinn, die Münzen einzuschmelzen, um deren Material zu verkaufen. Die Zentralbanken bilden somit die oberste Instanz, vergeben jedoch keine Konten an private Personen. Hierfür sind die Geschäftsbanken zuständig. Jede Geschäftsbank unterhält ein Konto bei der Zentralbank und kann dieses beleihen, um Bargeld für seine Kunden zu beschaffen (Abbildung 2.2) Das Bargeld wird zu den Geschäftsbanken transportiert und steht den Kunden zur Verfügung. Überschüssiges Bargeld wird an die Zentralbank zurückgegeben und von dieser kontrolliert. Verschlissenes, beschädigtes sowie beschriebenes Geld wird vernichtet. Die Menge an vernichtetem Geld wird 1:1 durch frisches ersetzt. Identifiziertes Falschgeld wird verwahrt und der Polizei gemeldet.

Abbildung 2.2 - Schematische Darstellung der Instanzen

Abbildung 2.2 - Schematische Darstellung der Instanzen

Seit Einführung der Eurowährung im Jahr 2002 hat sich die Bargeldmenge mehr als versiebenfacht und erreichte Ende 2022 über 1,5 Billionen Euro. Circa 50 Prozent der Banknoten sind 50 Euro-Scheine, was ihn anfällig für Fälschungen macht. Der rechnerische Gesamtschaden, den das Falschgeld verursacht hat, belief sich 2022 auf 2,7 Millionen Euro, was 0,00018 Prozent bezogen auf die 1,5 Billionen Euro ausmacht. Deutschland ist mit 57 Prozent der ausgegebenen Bargeldmenge größter Emittent (Bezugsjahr: 2022). Die restlichen 43 Prozent verteilen sich auf alle weiteren Länder in der Eurozone. Bargeld dient als Wertspeicher, ist aber auf Grund der Inflation zeitlich begrenzt. Mit dem Bargeld das Sie heute in den Tresor legen, können Sie sich nächstes Jahr, im Idealfall, noch dieselbe Menge Nudeln kaufen. Lassen Sie Ihr Bargeld jedoch zwanzig Jahre im Tresor, sieht dies anders aus. Ein extremes Beispiel stellen Zigaretten dar, die sich nicht der angestrebten Inflation von 2 Prozent angepasst haben und eine durchschnittliche Inflation von 4,71 Prozent erreichen. Erhielten Sie im Jahr 2002 für 10 Euro circa 63 Zigaretten, waren es im Jahr 2024 nur noch 23. Oder anders formuliert, verdienten Sie im Jahr 2002 zehn Euro die Stunde, müssten Sie im Jahr 2024 bereits 27,55 Euro pro Stunde verdienen, um sich weiterhin 63 Zigaretten leisten zu können. Jetzt können Sie noch überlegen, wie hoch die durchschnittliche Verzinsung auf Ihr Tagesgeld oder Sparkonto ist und stellen fest, dass diese unter den 4,71 Prozent liegt, die Sie benötigt hätten, um die 10 Euro bei vergleichbarem Wert zu halten! Hieraus ergibt sich einer der Mechanismen, die dem Staat und den Zentralbanken zur Verfügung stehen, das Sparen uninteressant zu gestalten und die Bürger zum Geldausgeben zu animieren. Als langfristiger Wertspeicher funktioniert Bargeld nicht, auch dann nicht, wenn es auf einem verzinsten Tagesgeldkonto verweilt (Abbildung 2.3).

Abbildung 2.3 - Leitzins der EZB seit 1999 mit fallendem 2 Prozent Durchschnitt

Abbildung 2.3 - Leitzins der EZB seit 1999 mit fallendem 2 Prozent Durchschnitt

Das Diagramm zeigt den Leitzins der EZB seit 1999. Die durchschnittliche Verzinsung entspricht der jährlichen angestrebten Inflation von 2 Prozent. Die meisten Geschäftsbanken halten sich jedoch nicht an den Leitzins und die Verzinsung der Tagesgeldkonten liegt darunter. Einen Vorteil, den wirklich nur Bargeld inne hat: Es ist zu 100 Prozent anonym. Auch wenn die Banknoten nummeriert sind, wird diese Nummerierung nicht dem Kunden zugeordnet, der sie abgehoben hat.

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Die Blockchain (Auszug)

Die Blockchain ist die eigentliche Technologie hinter Bitcoin und bildet das Fundament. Bitcoin oder allgemein Kryptowährungen sind lediglich eine Funktion, die sich mit der Blockchain-Technologie abbilden lässt. Es verhält sich ein wenig wie mit dem Internet. Das Internet ist die Technologie und Facebook nur eine von vielen verschiedenen Anwendungen innerhalb des Ökosystems. Während Facebook eine Social-Media-Plattform, Amazon ein Onlinehändler, Ebay eine Auktionsplattform und Netflix ein Streaming-Dienst ist, so nutzen sie alle als Basistechnologie das Internet. Kryptowährungen wie der Bitcoin sind ebenfalls nur eine Anwendung auf der Technologie der Blockchain. Patientenakten, Lieferkettendokumentation, sichere Wahlen, Vermögensverwaltung, Betrugsbekämpfung, Identitätsmanagement und Smart-Contracts (siehe Kapitel: Bonus: Smart Contracts) sind weitere Anwendungen für die Blockchain. Doch wie genau funktioniert die Blockchain und was macht sie so interessant? Um das zu beantworten, muss die zugrundeliegende Idee hinter der Dezentralität verstanden werden. Peter ist im Besitz von Geld, wovon er 100 Euro an Sandra überreicht. Peter und Sandra wissen jetzt beide, dass Peter 100 Euro weniger und Sandra 100 Euro mehr besitzt. Keiner von beiden weiß, wie viel der jeweils andere sonst noch besitzt. Beobachtet eine dritte Person diese Transaktion, weiß diese ebenfalls nur, dass 100 Euro den Besitzer gewechselt haben. Erweitern wir diese Transaktion um eine zentrale Entität, die als Schiedsrichter (trusted third party) funktioniert. Peter kennt seinen Kontostand von 1.000 Euro und seine Bank kennt diesen ebenfalls. Sandra und ihre Bank kennen ihren Kontostand von 500 Euro. Überweist Peter 100 Euro an Sandra, prüft die Bank als zentrale Entität, ob ausreichend Kapital auf Peters Konto verfügbar ist und führt die Transaktion durch, wenn die Bedingung erfüllt ist. Peter hat nun 900 Euro und Sandra 600 Euro auf ihrem Konto. Die Bank ist der zentrale Schiedsrichter, der dafür sorgt, dass nur vorhandenes Kapital transferiert werden kann. Ebenfalls stellt die Bank sicher, dass Peter das Geld nicht doppelt transferieren kann. Dazu muss man sich verdeutlichen, dass digitale Medien beliebig vervielfältigbar sind. Knipsen Sie ein Foto mit Ihrer Digitalkamera, können Sie dieses Bild an beliebig viele Personen senden, da immer eine Kopie versendet wird und Sie das Original behalten. Die Blockchain ist eine Technologie, die die zentrale Entität überflüssig macht, da sich die nutzenden Individuen weder kennen, noch vertrauen müssen, um Handel treiben zu können. Das System geht davon aus, dass niemand vertrauenswürdig ist und kontrolliert jegliche Transaktion über das Netzwerk. Das chronologisch geführte, dezentrale Kassenbuch (ledger) beinhaltet alle Transaktionen und kennt die Menge an verfügbaren Coins, was das Problem des Double-Spendings behebt. Um dies zu verdeutlichen, ein weiteres Beispiel. Wurden in einer Blockchain 1.000 Coins geschürft, stellt die Blockchain maximal 1.000 Einheiten bereit, die sich für dieses Beispiel auf der Wallet (siehe Kapitel: Die Wallets) von Peter befinden. Die erste Zeile des Kassenbuchs enthält den Zeitstempel, die Walletadresse, sowie den Betrag (stark vereinfacht, Informatiker mögen mir vergeben). Peters Name taucht nicht auf, da dieser durch seine Wallet pseudonymisiert ist. Für das System der Blockchain ist jedoch die Menge an Einheiten und wo sie sich befinden von Wichtigkeit. Sendet Peter 500 Einheiten an Sandra, ist dies möglich, da er im Besitz von 1.000 Einheiten ist. Der nächste Kassenbucheintrag beschreibt das neue Besitzverhältnis von 500 Einheiten in Peters Wallet und 500 Einheiten in Sandras Wallet. Die Summe der beiden Wallets bildet weiterhin die 1.000 Einheiten. Sandra ist nun neugierig, möchte das Kassenbuch ebenfalls prüfen und lädt sich dieses herunter. Peter sendet jetzt 250 Einheiten an Tom und schreibt dies in sein Kassenbuch. Der Eintrag erscheint bei Sandra und sie prüft diesen. 500 Einheiten in ihrer Wallet, 250 Einheiten in Toms Wallet und 250 Einheiten in Peters Wallet, was weiterhin 1.000 Einheiten in Summe ergibt. Die Transaktion wird legitimiert und das Kassenbuch dahingehend erweitert. Auf der Blockchain übernimmt diese Aufgabe ein Algorithmus. Je mehr Personen sich das Kassenbuch herunterladen und als Nodes (siehe Kapitel: Die Nodes) funktionieren, umso dezentraler und sicherer wird das Netzwerk.

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Private Key & Public Key (Auszug)

Die Schlüssel sind bei der Interaktion mit der Blockchain elementar und müssen sicher verwaltet werden. Es ist wichtig, Ihren Aufbau und Funktionsweise zu verstehen, um die zugrundeliegende Sicherheit einschätzen zu können. Für ein besseres Verständnis wird die Funktion der Schlüssel beschrieben, ohne auf Details der Programmierung einzugehen. Die Private Keys stellen Ihren persönlichen Zugang zu den Kryptowerten dar. Wie die Zugangsdaten zu Ihrem Bankkonto, müssen die Private Keys vor jeglichem Zugriff geschützt werden. Ein Private Key ist eine Kombination aus 2256 Möglichkeiten, was dasselbe ist, wie die 1664 Möglichkeiten der Hashfunktion SHA-256. Es muss eine 256 lange Zeichenkette aus 1 und 0 (Binärsystem), mit einer möglichst hohen Entropie erstellt werden. Dies kann mittels Zufallsgenerator generiert werden oder um das Prinzip der Entropie zu verdeutlichen, können Sie 1.024 Zettel mit einer 1 und 1.024 Zettel mit einer 0 beschriften. Diese 2.048 Zettel werden zusammengefaltet, um die Zahl zu verbergen, in ein geschlossenes Behältnis gegeben und ordentlich vermischt. Anschließend schütten Sie den Behälter aus und ziehen 1.024 Zettel aus dem Haufen. Die restlichen Zettel kommen zurück in den Behälter und beim zweiten Durchgang werden 512 Zettel herausgenommen. Nach dem dritten Durchlauf bleiben 256 Zettel übrig, die in eine Reihe gelegt und auseinandergefaltet werden. Nun ergibt sich eine Zahlenfolge aus 0 und 1 mit hoher Entropie. Diese Abfolge aus Nullen und Einsen lässt sich in eine Hexadezimal-Folge wandeln und Sie erhalten Ihren Private Key.

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Bitcoin und die Altcoins

Bitcoin hebt sich, nicht nur was die Markkapitalisierung angeht, von allen anderen Kryptowerten ab, sondern auch von dem, was Bitcoin sein möchte. Der Begriff Altcoins steht für alternative coins und bezieht sich auf alle Werte neben dem Bitcoin. Hinter Bitcoin steht kein Unternehmen, es muss nicht profitabel sein und es ist von jeglicher Wirtschaftsleistung entkoppelt. Seine Akzeptanz, Sicherheit und Relevanz etabliert sich seit 2009 und zieht mittlerweile große, etablierte, institutionelle Finanzintermediäre in seinen Bann. Viele der Altcoins können maximal als eine Hommage an Bitcoin angesehen werden, da sie verzweifelt versuchen ihn zu kopieren ohne ihn wirklich verstanden zu haben. Bitcoin muss nicht als Direktzahlungsnetz funktionieren, jede kleinste Transaktion bedienen und dafür skaliert werden, da Bitcoin in der zweiten Ebene beliebig skaliert werden kann und kleinste Transaktion auch Off-Chain funktionieren. Bitcoin kann so als On-Chain Abwicklungsnetzwerk arbeiten und bleibt weiterhin unverändert. Andere Altcoins verfolgen weitere Ziele, wie Ergänzungen zu schaffen oder ein eigenes Ökosystem. Hinter ihnen stehen Unternahmen, Startups und Communities die profitabel sein möchten, den Wert der Blockchain erkannt haben oder einfach von dem Hype profitieren möchten. Allen gemeinsam liegt ein Whitepaper zugrunde, welches von jeder Person eingesehen werden kann und die Technologie, sowie Ziele hinter den Projekten beschreiben.

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Südafrika

Wenn man anfängt über Afrika nachzudenken, landet man auf einem Kontinent mit 1,4 Milliarden Menschen, 55 Ländern, über 2.000 verschiedenen Sprachen, circa 41 Zentralbanken und ebenso vielen Währungen. Die meisten Währungen haben Inflationsraten im zweistelligen Bereich und das Bankensystem wird insgesamt als fragil bezeichnet . Auch wenn der Bitcoin derzeit ein volatiles Zahlungsmittel darstellt, ist seine Entwicklung im gesamten Zeitraum positiv, was viele Menschen in Afrika dazu veranlasst hat, ihr Geld in Bitcoin anzulegen. Was 2010 als Surfschule seinen Anfang fand, entwickelte sich zu einem Bitcoin Ökosystem, mit der Bitcoin Ekasi in Mossel Bay, Südafrika. Die Bitcoin Ekasi betreibt Aufklärung, da viele Menschen Opfer von Scams wurden und hilft den Menschen, Zugang zur Blockchain zu erhalten. Immer mehr Geschäfte haben ein Plakat an der Kasse, mit einem QR-Code, über den der Public Key gescannt werden kann und der Ladenbesitzer direkt in BTC bezahlt wird. Auch die Surflehrer der Schule werden ausschließlich in BTC bezahlt, was ihnen die Möglichkeit verschafft, ihr Geld nicht umgehend wieder ausgeben zu müssen, da der Wertverlust der offiziellen Währung (Rand) zu hoch ist. Mossel Bay bildet damit keine Ausnahme, auch in kommerziellen Einrichtungen, wie der zweitgrößten Supermarktkette Pick‘n Pay, kann mit BTC gezahlt werden. Gehen Sie in Kapstadt shoppen, werden Sie nur wenige Geschäfte finden, in denen keine Zahlung mit Bitcoin möglich ist. Die hohe Volatilität ist besonders für Unternehmen problematisch, da sie den täglichen Zahlungsfluss beeinträchtigen können. Um dem entgegen zu wirken, gründete sich das Unternehmen Kotani Pay, das nicht mit Bitcoin, sondern mit nicht volatilen Stablecoins arbeitet. Diese, meist an den Dollar gekoppelten Coins, sind alltagsgebräuchlich und wertstabil. Laut dem Global Crypto Adoption Index rangiert Nigeria auf Platz 2 mit der höchsten Akzeptanz, sowie Umsetzung in Bitcoin und Kryptowährungen. Dies verdeutlicht, dass Kryptowährungen für die westliche Welt, mit ihren stabilen Leitwährungen und geringer Inflation eine andere Bedeutung haben, als für Länder, die darauf nicht zurückgreifen können. Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Kryptowährungen nur eine temporäre Randerscheinung darstellen, sondern wie lange es dauert, bis sie sich bei einem Großteil der Bevölkerung verbreitet haben. Der Run auf Bitcoin hat längst begonnen und wird nicht mehr aufzuhalten sein.

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Investition

"Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“

>> André Kostolany (1906-1999) <<

Ob Sie in Bitcoin investieren sollen, ist von Ihrer persönlichen Zeitpräferenz und Ihren Zielen abhängig. Liegt Ihr Fokus auf kurzfristigen Zielen, weisen Sie eine hohe Zeitpräferenz auf. Langfristige Investitionen ergeben keinen Sinn, da Sie sofortigen Konsum und Bedürfnisbefriedigung priorisieren. Menschen mit einer hohen Zeitpräferenz weisen meist auch ein geringeres Vermögen (cost runway) auf, da dies ebenfalls eine Zeitspanne in die Zukunft beschreibt. Das Vermögen beschreibt die liquiden Mittel und wie lange die laufenden Kosten damit gedeckt werden können, ohne dass neues Kapital hinzukommt. Weisen Sie eine geringe Zeitpräferenz auf, ist kurzfristiger Konsum weniger relevant als langfristige Planung, was sich auf eine positive Vermögensbilanz auswirkt. In der Psychologie spricht man von Gratifikationsaufschub, wenn auf eine kleine Belohnung verzichtet werden kann, um in der Zukunft eine größere Belohnung zu erhalten. Diese Selbstkontrolle manifestiert sich bereits im Kindesalter, wie der österreichische Persönlichkeitspsychologe Walter Mischel in einer Langzeitstudie nachweisen konnte . In den 1960er Jahren führte Mischel mit seinen Studenten ein Experiment an Kindern im Vorschulalter durch. In einem Raum, frei von Ablenkung, konnte das jeweilige Kind zwischen verschiedenen Süßigkeiten wie Marshmallows, Keksen, Brezeln und einigem mehr wählen. Das jeweilige Kind wurde vor die Wahl gestellt, ein Marshmallow sofort zu essen oder zu warten, bis der Versuchsleiter zurückkäme und dann zwei Marshmallows bekommen. Anschließend wurde es mit dem einen Marshmallow und einer Glocke zurückgelassen. Der Versuchsleiter ließ die Kinder jeweils bis zu 20 Minuten warten und kehrte dann zurück. Hatten die Kinder weder das Marshmallow gegessen, noch das Experiment mittels der Glocke abgebrochen und konnten beharrlich warten, erhielten sie die versprochene doppelte Belohnung. Dieses als Marshmallow-Test bekanntgewordene Experiment wurde weiterverfolgt und es stellte sich heraus, dass die Vorschulkinder, die warten konnten später auch besser bei Studierfähigkeitstests abschnitten und ihr kognitives Leistungsvermögen wurde höher eingestuft. Im Alter zwischen 27 und 32 verfolgten sie Ihre Ziele konsequenter, konnten besser mit Stress und Frustration umgehen und besaßen ein höheres Selbstwertgefühl. Im mittleren Alter konnte festgestellt werden, dass sie eine geringere Affinität zu Suchtverhalten und Fettleibigkeit besaßen. Die Fähigkeit mit Stress und Frustration umzugehen, ist auch für Anlagestrategien und Investments relevant, da die Ungewissheit dessen was in der Zukunft passiert, immer wie ein Damoklesschwert über Ihnen schwebt. Dies betrifft nicht nur den Finanzmarkt, auch die Investition in ein Eigenheim muss gut überlegt und kalkuliert werden, da die Zeitspanne der Finanzierung je nach Einkommen, Rücklagen und Anschaffungswert bis zur Rente reichen kann (10 bis 40 Jahre). Machen Sie sich Gedanken zu Ihrer persönlichen Zeitpräferenz, Ihren Zielen und welche Zeitspanne Sie dafür aufzuwenden bereit sind. Dies ist keine Anlageberatung, dafür existiert ausreichend Literatur der großen Player. Ich möchte lediglich einen allgemeinen Einstieg aufzeigen, erste Begrifflichkeiten erklären sowie Zugang zu weiterer Literatur schaffen. Der Fokus dieses Buches liegt auf dem Bitcoin, als souveräner Wertspeicher, da er dies seit 2009 bewiesen hat. Alle weiteren Kryptowerte sind riskant, volatil und eignen sich für den Handel (trading). Nachfolgende Kapitel können als Workshop verstanden werden, erste BTC zu akkumulieren und einen kleinen Einstieg in das Trading zu erhalten. Sollte dies Ihr Interesse für das Trading wecken, empfehle ich dringend weitere Literatur zu nutzen um diese Thematik zu vertiefen.

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